REPRÄSENTATIV 1

Ein persönliches Interview:

Matthias Frey

Ein leidenschaftlicher Trainer

Für Matthias Frey, Trainer bei der cmp und verantwortlich für die SVEB-Ausbildungen, ist Leidenschaft eine Grundbedingung für einen guten Job. Nicht erst seit der Begriff Resilienz in Mode gekommen ist. Wie er damit umgeht, lesen Sie hier in einem sehr persönlichen Interview.

Matti. Du bezeichnest dich als leidenschaftlicher Trainer. Schaffst du Leiden? Oder leidest du beim Schaffen?
„Wer meine Leidenschaft weckt – der kann etwas erleben...“ (mit spitzbübischem Lachen)
„Als Trainer mit Leidenschaft, will ich meine Teilnehmenden in Bewegung bringen. Emotional aufrütteln, wenn möglich begeistern – Sie erleben lassen, wie ich als Trainer schaffe – und leiden gehört dazu. Für beide Seiten.

Der Trendbegriff Resilienz hat ja durchaus seine Berechtigung. Von Leidensfähigkeit zu sprechen ist aber nicht so prickelnd. Und auch wichtig. Leidenschaft ist eine Haltung. Kein äusseres Merkmal. Leidenschaft muss nicht laut und spektakulär wahrgenommen werden.“


Heisst also ein Trainer muss selber leiden und Leid zuführen können?
„Hart formuliert - ja. Leiden ist aber nicht das Ziel. Training heisst üben um besser zu Können. Das passiert aber nur ausserhalb der eigenen Komfortzone. Manchmal auch beim Trainer.

Und sich ausserhalb der Komfortzone zu bewegen heisst auch mit Druck, Veränderungen, Ungewissheit und Rückschlägen im Leben umzugehen. Heisst Menschen, die mit dem Leiden umgehen können, oder eben hoch resiliente Menschen, gelingt es in solchen Lebenssituationen, fokussiert, optimistisch und gelassen zu bleiben.“


Wieviel Talent braucht es, um ein guter Trainer zu sein? Was kann man lernen und wo braucht es vor allem Erfahrung?
„Also sicher muss ein Trainer mal die Menschen lieben. Kommunizieren und sich auf eine Bühne stellen können. Eine rasche Auffassungsgabe und das Ding mit der Leidenschaft, sowie eine grosse Portion Mut sollte man mitbringen. Methoden, Prozesse und Fachwissen kann man lernen und schrittweise in den Rucksack packen.

Die Erfahrung ist nötig um seine eigene Komfortzone zu erweitern und damit Sicherheit zu haben und zu vermitteln. Aber auch wiederum um aus dieser sicheren Zone heraus immer wieder Neues entdecken zu wollen. Auch die so wichtige Menge an Zurückhaltungs-Kompetenz entsteht dann vor allem mit der Erfahrung. Es ist also, wie bei allem ein Mix zwischen Talent, erlerntem Können und Erfahrung.“


Was ist für den Trainer Job wichtiger. Wissen oder Können?
„Wissen hilft besser zu Können. In Trainings geht es nicht darum den Teilnehmenden die Köpfe mit unnützem Wissen zu füllen, sondern mit Wissen zu inspirieren. Am Schluss soll das bleiben, was für das Machen hilft. Wissensvermittlung ist ein Teil unseres Könnens. Aber vor allem auch Empathie, die Fähigkeit Menschen in Bewegung zu bringen und individuell auf Sie einzugehen. “


Braucht es dazu auch Fachwissen?
„Klar. Wir müssen schon wissen, wovon wir reden, wenn wir reden. Aber auch klar ist, dass wir unseren Teilnehmenden auf der fachlichen Ebene nicht auf Augenhöhe begegnen können. Mit einer raschen Auffassungsgabe und wenn man sich eben für die Einzelnen interessiert, kommt mit den Jahren ein ordentliches Fundament an verschiedenem Fachwissen zusammen. Auch ein Punkt der unseren Job faszinierend macht.“

 
Wolltest du immer Trainer und Erwachsenenbildner werden? Oder wie kam es dazu?
„Ich wollte Opernsänger werden – es kam (leicht) anders – ich habe heute auch meine Bühne und nutze meine Stimme und begeistere meine ZuhörerInnen und ZuschauerInnen!
Nach einer intensiven Neuorientierung und Standortbestimmung habe ich mich vor genau 18 Jahren nach meinem Herzen und meinen Talenten orientiert – ich habe viele gute TrainerInnen kennengelernt – ich wollte auch so sein wie meine Trainer-Vorbilder – sogar etwas besser.“


Was sind für dich die grössten Herausforderungen in deinem Alltag?
„Herausforderungen sind unterschiedliche Fragestellungen denen ich mich stelle – jeden Tag aufs Neue. Ich gebe mich voll und ganz ein – ich arbeite hart mit meinen Teilnehmenden – um ihren gesteckten Zielen einen kleinen Schritt weiter zu kommen. Da sind wir wieder beim Thema Resilienz. Gegenseitig.“

 
Was machst du um in deinem Job fit zu bleiben?
„Ich trainiere jeden Tag – lasse mich auf Situationen ein – fordere mich heraus – und bleibe fit – das ist wie Spitzensport. Reflektion in Stille oder Austausch mit Freunden und TrainerkollegInnen ist wie Energie tanken – ein Geben und ein Nehmen.“


Was war der emotionalste Moment in deiner bisherigen Laufbahn?
„Es gibt jeden Tag einen emotionalen Moment. Ein Lächeln im Gesicht – eine Träne der Freude oder das Feedback, dass ein weiterer Meilenstein erreicht wurde. Oder wenn die Ziele nicht erreicht werden und es heisst drei Felder zurück um nochmals zu starten.

Der emotionalste Moment ist sicher, wenn die Lehrgangsabsolventen vom SVEB in ihrer eigenen Projektarbeit ihr Wissen und ihr Können, nach vielen Stunden harter Arbeit unter Beweis stellen und ich ihre persönlichen Umsetzungen erleben darf.“


Was war das Schwierigste und Schönste?
„Ich habe vor ein paar Tagen einen SVEB_M1 Lehrgang erfolgreich abgeschlossen, alle Teilnehmenden haben sich auf die Themen und die persönlichen Projektarbeiten eingelassen. Jeder ist nun auf sich selbst gestellt – darf auf seinem neusten Wissen aufbauen und weitere Erfahrungen sammeln – das ist ein schwieriger und schöner Moment gleichzeitig – es heisst einerseits Abschied nehmen und andererseits heisst es „loslassen“ und sie in die Welt der Trainerpersönlichkeiten entlassen. Das ist eben auch Leidenschaft. Wir verbringen eine intensive, gemeinsame Zeit zusammen. Eben auch ausserhalb der Komfortzone. Lassen uns aufeinander ein. Das verbindet. inkl. Trennungsschmerz.“


Du bist jetzt schon lange im Trainer-Job. Woher weisst du, wie es draussen in der Praxis abläuft?
„Ich schaue über den eigenen Trainer-Teller-Rand hinaus – ich bin täglich am Puls der Trainer-Zeiten – ich tausche mich mit KollegenInnen und Freunden aus – das Nutzen von Synergien ist wichtiger denn je...und ich bilde mich aus – besuche Kurse, Seminare und Veranstaltungen – erweitere meinen Horizont – denn auch für mich – wie für alle anderen Menschen gilt – LEBENSLANGES LERNEN... Zudem lerne ich täglich von meinen Kurs-Teilnehmenden dazu. Nicht nur Fachwissen.“


Und wie garantierst du den Praxistransfer?
„Wie es der Name sagt –  ich transferiere in die Praxis – üben – üben – üben – spielerisch – unkonventionell – manchmal sogar zauberhaft – so subtil, dass es einfach schon fast automatisch passiert. Und dies auch immer wieder in der Gruppe thematisiert und reflektiert. Das nehme ich in meinen Alltag mit.“


Eine deiner grossen Kompetenzen ist dein Repertoire von spielerischen Methoden. Um fehlendes Fachwissen zu kaschieren oder die Leute zu unterhalten um gutes Feedbacks zu erhalten?
„Ich weiss und erfahre täglich, dass das Spielen – mit Erwachsenen jeden Alters und Bildungsstands - vernachlässigt wird. Weil eine Hemmschwelle besteht. Spielen heisst mit Freude und Lust etwas zu tun. Spielerisch lernen können. Das Spiel hilft mir und meinen Teilnehmenden, kleinere Erfolge und Siege zu feiern, Wertschätzung zu erhalten – die kreative Hirnhälfte zu aktivieren –  und an etwas Anderes zu denken – Probleme für Minuten zu vergessen, Lösungen zu finden und vor allem auch mal wieder herzhaft lachen zu können.

Viele Menschen entdecken durch das Spiel ihre persönlichen bewussten und unbewussten Kompetenzen neu – sie entdecken die aktive Erweiterung ihrer Handlungskompetenz und wechseln aktiv ins “TUN“.

Die Resultate sprechen für sich. Wenn ich dabei als Trainer auch ein gutes Feedback bekomme, bin ich bestimmt nicht unglücklich oder hinterfrage mich.“


Du bist auch äusserlich mit deinem Style aussergewöhlich. Inszenierst du dich?
„Eben gerade nicht. Ich erlaube mir 100% authentisch zu sein. In dem was ich sage, tue, denke und fühle. Dazu gehört meine Vorliebe für Schwarz und die Mode von Madame Carouge. In unserem Job ist Vertrauen eine unbedingte Basis. Vertrauen passiert nur, wenn man auch authentisch ist. Jede noch so gute Inszenierung wird irgendwann entlarvt. Also erfülle ich mit meiner authentischen Erscheinung gleich zwei Ziele. Ich kann mich selber sein und lebe vor, was ich trainiere.“


Letzte Frage: Und wer sollte unbedingt Trainer werden?
„Über die nötigen Talente haben wir ja schon gesprochen. Dann aber vor allem: Wenn du LUST verspürst – Menschen zu ermutigen zu lernen und zu tun – dabei das Wissen zu erweitern und etwas zu erleben. Du Mut hast, dich einzulassen, täglich dazu zu lernen, dich zu entwickeln.

Und dann schliesst sich der Kreis. Mit Leidenschaft umgehen können, authentisch sein. Seine Persönlichkeit einsetzen und sich immer weiterentwickeln.“

„Du kannst alles erreichen im Leben – du musst nur wissen wie“ - Yves Saint Laurent


Merci, Matti für dieses Interview.

Matthias Frey, Trainer und Senior Consultant bei cmp
Interview geführt von Tom Mörker, Trainer Senior Consultat bei cmp


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