PERSPEKTIV 1

Berufschance Erwachsenenbildner:

Unternehmung 4.0 heisst Personalentwicklung 4.0

Wissen reicht nicht aus!

Die Welt wächst weiter zusammen. Produkt und Dienstleistungszyklen nehmen ab und die Individualisierung nimmt zu. Die zeitliche und räumliche Verfügbarkeit von Leistung, Produkt und Mensch wird zur Bedingung. Die Digitalisierung schafft neue Arbeitsteilung –  Change und Transformation auf allen Ebenen. Müssen wir auch lernen neu denken? Das Berufsbild Erwachsenenbildner/in ist definitiv im Wandel!

Wir sind täglich gezwungen tausende neue Informationen aufzunehmen, zu verarbeiten und daraus die Konsequenzen für unsere tägliche Arbeit zu ziehen. Das Aufnahme- und Veränderungstempo ist zu rasant, der eigene Widerstand wächst. Viele Menschen sind veränderungsmüde. Wie sollen Unternehmen in einem solchen Umfeld Agilität und Innovation ermöglichen? Schönreden und Verharmlosen hilft da nicht weiter – wir brauchen Offenheit, Kooperation und den Willen bzw. das Können zukünftige Herausforderungen proaktiv zu gestalten. Die reine Wissensvermittlung stösst dabei an Grenzen. Denn Wissen heisst nicht Können, Können heisst noch lange nicht Wollen. Alles unabdingbare Voraussetzungen für ein Lernumfeld, das durch Wandel geprägt ist.

Erwachsenenbildung heisst Menschen zu befähigen, dies wird in Zukunft noch wichtiger. Was bedeutet dies für Lernveranstaltungen? Im unternehmerischen Kontext sprechen wir nur noch von Training, denn schliesslich reicht es in den Unternehmen nicht aus, dass die Mitarbeitenden Wissen aber nicht Umsetzen. Und bekanntlich macht Übung den Meister. «Ich weiss es schon, aber…» kennen wir alle aus unserem Alltag. Nur das TUN bringt aber den gewünschten Erfolg. Der Erfolg der Personalentwicklung wird daran gemessen, ob der Trainer die Leute ins Tun bringen kann. Was braucht es dafür?

(1)  Das notwendige Wissen erwerben – der leichteste Schritt
Das geforderte Fachwissen bildet die Voraussetzung jeder Handlungskompetenz. Meist gilt «ohne Fleiss kein Preis». Grundsätzlich ist dies ein rein kognitiver Prozess. Mit einem zielgruppengerechten Methoden-Mix, der alle Lerntypen berücksichtig, gibt es auch spannendere, effizientere und ja – auch lustigere Anwendungen Wissen zu vermitteln als der Frontalunterricht oder dem einsamen Kampf mit dem Buch.
Fakt ist, Wissen muss erlangt werden. Präventiv als Vorbereitung für das TUN. Wer Auto fahren will, muss zuerst die Verkehrsregeln kennen, damit er auf die Strasse kann. Dieser Lern-Bereich kann heute effizient mit e-Learning Tools unterstützt werden. Dadurch wird auch das individuelle Lerntempo von jedem berücksichtigt.

(2)  Widerstände bearbeiten - vom Können ins Wollen
Veränderungen bringen Widerstand mit sich. Sie sind wie siamesische Zwillinge. Je grösser unsere Change-Kompetenz ist, umso so besser kann ich eigenverantwortlich mit meinen Widerständen umgehen und diese überwinden. Allzu oft stehen wir uns jedoch selber im Weg. Die Aufgabe des Trainers ist in diesen Situationen zielfokussiert zu begleiten, zu ermutigen und zu befähigen die Ängste zu überwinden und in die Handlung zu kommen, so dass aus dem Können auch ein Wollen wird.
Nochmals das Beispiel Autofahren. Wer Angst vor Geschwindigkeit hat oder vor Situationen im Strassenverkehr, die Entscheidungen abverlangen, dann wird Autofahren auf einmal als etwas Bedrohliches wahrgenommen. Sie haben zwar das notwendige Wissen, aber ihre Ängste signalisieren Gefahr. Sie sind also trotz Wissen nicht fähig zu Tun. Manchmal hilft ein Anschieben oder das Motto «Chopf abä und durä». Vertrauensvoller Austausch, persönliche Reflexion und selbstgesteuerte, kleine Umsetzungsschritte führen aber bestimmt und nachhaltiger zum Ziel. Die gezielte, persönliche Interaktion mit dem Trainer ist dafür die effizienteste Massnahme. Elektronische Unterstützungs-Tools, die z.B. die Selbstreflexion stärken, unterstützen diesen Prozess.

(3)  Vom Können, Wollen ins TUN – messbare Resultate entstehen erst jetzt
Die Voraussetzungen sind vorhanden – let’s do it. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Der harte Weg des Trainierens und der laufenden Verbesserung erfolgt in der Umsetzung. Trainieren heisst aber auch, seine Komfortzone zu verlassen, ohne gleich Kopf und Kragen zu riskieren. Schritte, die durch «Uff, ist das anstrengend» und «Vielleicht habe ich mir zu viel vorgenommen» begleitet sind. Wir straucheln, stellen das gemachte zeitliche, finanzielle und emotionale Invest in Frage und sehnen uns nach der alten Stabilität, die aber schon nicht mehr Realität ist.

In dieser Phase unterstützt der/die Trainer/in bei der Optimierung, stützt mental und sorgt dafür, dass die Veränderung weiter fortschreitet. Eine Unterstützung mit gezielten E-Learning Tools zur Stärkung z.B. der Resilienz ist denkbar.

 

Effektive Trainings bleiben nicht bei der Wissensvermittlung stehen, sondern bearbeiten gezielt Widerstände und befähigen die Menschen zum Tun. Der Trainer ist dabei kein Lehrer, sondern Lernbegleiter und Coach. Die Messlatte jedes Trainings ist die Qualität des Tuns. Da stösst das Happy-Sheet nach jeder Lernveranstaltung an seine Grenze, denn schliesslich beginnt die Knochenarbeit erst gerade jetzt.


Impulse Workshop 1: Faszination Trainer/in

Erlebnisorientierter Einstieg in die Welt der Erwachsenenbildung

Um Ihnen Einblick in die Welt der Erwachsenenbildung zu gewähren und eine Entscheidungsgrundlage für Ihre Ausbildung zu liefern, haben wir zur Inspiration einige unserer cmp Themenfelder in knackige Impulse Workshops verpackt. 

  • Lernen ist die Basis für Entwicklung,
  • Motivation eine unabdingbare Voraussetzung zum Lernen
  • und Inspiration der Schlüssel zur Motivation.