KONSTRUKTIV

Anforderungen an die Erwachsenenbildner der Zukunft:

Der klassische Lehrer hat ausgedient

Wir brauchen Trainer/innen-Persönlichkeiten in der Erwachsenenbildung

Glaubwürdig Inhalte zu transportieren bedingen ein solides Fachwissen und einen prall gefüllten Methodenkoffer. Und es braucht noch mehr. Die Persönlichkeit des Trainers, sein hoher Praxisbezug sowie seine Haltung, mit den «Übenden» auf Augenhöhe zu agieren. Die Teilnehmenden zu fördern und auch zu fordern. Denn Neues zu lernen und vor allem das konkrete Tun, beginnen ausserhalb der Komfortzone. Menschen reagieren darauf mit Angst und Widerstand. Der Trainer wird zum Veränderungscoach. Auf einmal gibt es viele Parallelen zu Führungsaufgaben in Transformationen, nur dass keine Weisungsbefugnis besteht. Somit steht die Trainer/innen-Persönlichkeit auf dem Prüfstand.  

Klassische Wissenvermittlung steht heute in Trainings immer weniger im Vordergrund. Vielmehr geht es um ein zielführendes Verhalten in dem immer komplexer werdenden unternehmerischen Umfeld. Meine Kunden kommen selten mit dem Anliegen, bitte vermitteln sie das notwendige Wissen zu X oder Y, sondern wie kann ich meine Mitarbeitenden fit machen für die kommenden Herausforderungen. Fragen wie - die Adaption an die bevorstehende Digitalisierung, neue Herausforderungen und Jobbilder, veränderte Rollenanforderungen, Standortwechsel und damit verbundene neue Arbeitsformen, neue Wertvorstellungen der Generation Y, etc. Eines haben alle diese Fragen gemeinsam, die Menschen sind betroffen von Änderungen die von Aussen kommen und die sie nicht zwingend freiwillig gewählt haben. Oftmals ist von Seiten der Unternehmen der Wunsch an mich als Trainerin damit verbunden, die Changefähigkeit der Menschen zu erhöhen – sie fit zu machen für die Zukunft. Leicht gesagt – schwierig in einem Training umzusetzen. Damit es trotzdem gelingen kann, stehe ich als professionelle Trainerin im Fokus. Zeit darüber nachzudenken, was die heutigen Anforderungen an eine Trainer-Persönlichkeit ist. Eine sehr persönliche Einschätzung ohne Gewähr.

(1) Ich muss wissen, was ich leisten kann!
Dies beinhaltet sowohl, dass ich mir bewusst bin, wo meine Kompetenzen liegen. Aber auch was ich ablehnen muss, weil ich das nicht umsetzen kann. So ist z.B. ein Tagesseminar zur Erhöhung der Veränderungskompetenz zu begrüssen, aber damit sind die Teilnehmenden nicht fähig alle Transformationen mit offenen Armen zu empfangen. Ich habe als Trainerin immer dann viel erreicht, wenn eine Sensibilisierung der eigenen Widerstände und Ressourcen für den Change stattgefunden hat.
Dies ist manchmal in der Diskussion mit den Kunden nicht einfach. Schliesslich vermittle ich damit, dass ich ihre Erwartung nicht erfüllen kann. Ein klarer Auftrag ist aber Voraussetzung für ein erfolgreiches Training.

(2) Ich weiss nicht, was für Dich gut ist.
Mir ist es als Trainerin sehr wichtig von Anfang an zu klären, dass ich nicht die Expertin für das Leben meiner Teilnehmenden bin. Veränderungen sind individuell, pauschale Rezepte sind nie passend. Das heisst nicht, dass mein Erfahrungsschatz nicht zählt, aber ich offeriere Angebote. Die Prüfung der Passgenauigkeit obliegt dem Teilnehmenden. Für mich ist das eine wichtige Haltungsfrage – denn sonst findet kein Kontakt auf Augenhöhe statt.

(3) Ich bin nicht allwissend.
Oftmals kommen gerade noch unerfahrene Trainer/innen zu mir und fragen, wie soll ich reagieren, wenn Fragen kommen, die ich nicht beantworten kann. Mir passiert das laufend! Grossartig. Das zeigt mir, dass ich noch viel lernen und neugierig weiter durchs Leben gehen kann. Das ist das Schöne an der Arbeit mit Gruppen, das gebündelte Know-how ist gigantisch. In den meisten Fällen findet die Gruppe gemeinsam eine Antwort. In den wenigen anderen Situationen freue ich mich auf die Recherche und die Rückmeldung an die Teilnehmenden nach dem Training. Diese Haltung entspannt mich und macht mich wacher für die Anliegen meiner Teilnehmenden.

(4) Ich habe viele Methoden und Instrumente in meinem Koffer.
In meiner Trainerinnen-Karriere habe ich gelernt, dass manches Seminar anders läuft als geplant. Nach wie vor ist es für mich unabdingbar, einen fundierten Ablauf mit unterschiedlichen Methoden und Instrumenten zu planen. Jedes Training ist aber geprägt durch die unterschiedlichen Bedürfnisse und Anliegen der Teilnehmenden. Auf diese einzugehen und sie dort abzuholen, wo sie stehen, auch mal den Plan zu adaptieren, macht einen professionellen Trainer aus. Denn ich stehe an einem anderen Punkt und kann somit gar nicht alle Anliegen erdacht haben. Somit geht es darum Fragen ernst zu nehmen, sie zu bearbeiten, wenn es der Zielerreichung dient. Anliegen einer Minderheit bzw. einer Einzelperson kläre ich heute zeitnah bilateral. Die Kenntnis von unterschiedlichsten Methoden und Instrumenten unterstützt mich und lässt mich fokussiert bleiben.

(5) Ich bin authentisch und stehe zu mir.
Als Trainerin emphatisch zu sein ist eine wichtige Eigenschaft. Sich dabei in einer Gruppe mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen nicht zu verlieren ist oft herausfordernd. Heisst es doch der Gratwanderung zwischen den Teilnehmenden Raum zu geben und gleichzeitig klar und nachvollziehbar zu bleiben. Und dort wo es notwendig ist zu seinen Werten zu stehen. Ein Trainer kann kein Fähnchen im Wind sein. Sich seinen Grenzen bewusst zu sein heisst Stärke zu zeigen. Wir sind alles Menschen. Zu sich zu stehen ist die grösste aller Künste und eine permanente Herausforderung.

(6) Ich lerne auch.
Jede Gruppe und Begegnung führt mich aus meiner Komfortzone heraus. Mein Gegenüber ist anders als ich und fordert mich, genauso wie ich das Gegenüber fordere. Ehrlich zu sein, die eigene Reflexionsfähigkeit zu stärken, gehört ebenso dazu wie zu wissen in jedem Augenblick dazu zu lernen. Meine Teilnehmenden sind meine Entwicklungschance. Dafür bin ich in jedem Training unendlich dankbar und werde reich beschenkt.

Wir haben uns als cmp auf die Fahne geschrieben in unseren Train-the-Trainer-Weiterbildungen die Persönlichkeit unserer Trainer/innen zu stärken. Denn wir sind der festen Überzeugung, dass nur eine gefestigte Persönlichkeit mit Ecken und Kanten die anstehenden Lern-Herausforderungen gezielt unterstützen kann. Respekt und Achtung vor den eigenen Stärken ermöglicht erst offen auf die Anliegen in Trainingssituationen einzugehen.

Stefanie Seiz, Personalentwicklung mit Leidenschaft - die als Inhaberin der cmp, Veränderungen für alle Beteiligten möglich machen will.


cmp Baukasten für Trainer/innen-Persönlichkeiten

Vision / Richtziel

Wir befähigen und bestärken Trainer/innen und Coaches-Persönlichkeiten in der Erwachsenenbildung.