REPRÄSENTATIV 2

Persönliches Interview mit Charles Reber

Nochmals CEO mit 60

Obwohl sein Erfahrungs- und Erfolgsbuch prall gefüllt ist, will er es mit 60 nochmals wissen. Seit Februar 2017 als CEO der cmp. Was ist seine Motivation und warum ist er der Richtige für diesen Job? Ein persönliches Interview.

Charles, was hat Dich motiviert, mit 60 nochmals eine solche Herausforderung anzunehmen?
60 ist doch das neue 50, nicht wahr? Meine ganze Berufskarriere war geprägt von Aufbau und Veränderung, das zieht sich wie ein roter Faden durch meinen Lebenslauf. Nachdem ich anfangs 2016 für mich entschieden hatte, meine dritte Lebensphase nochmals mit einer neuen, auf einer selbständig erwerbenden Tätigkeit basierenden Perspektive zu versehen und ich eine für mich passende (technische!) Frühpensionierung erfolgreich umsetzen konnte, kam ich in Kontakt mit der cmp, welche einen zusätzlichen erfahrenen, perfekt englischsprechenden Kursleiter für das von Kaderleuten sehr nachgefragte Angebot «Skills Assessment & Application Management» suchte. Gegen Ende des Jahres baten mich die Eigentümer, ihnen auch eine Unterstützung bei der Erarbeitung der zukünftigen Strategie zu geben. Nach intensiven Diskussionen und dem Abwägen mehrerer Optionen bot sich dann die Chance, als Mitinhaber und CEO die Zukunft der cmp mitzugestalten.

Interpretierst Du Deine Rolle als CEO heute anders als vor 20 Jahren, sozusagen als Jungspund?
Obwohl sich die technische Welt in den letzten Jahren rasant verändert hat, sind sich die Grundlagen guter Führung eigentlich gleich geblieben: im Zentrum des Erfolgs stehen immer noch die Leistungen von Menschen! Keine noch so raffinierte technische Entwicklung gäbe es ohne die Kraft des Menschen. Und: Erfolg am Markt ist nicht das Produkt eines einzelnen, es sind die Teams, welche den Unterschied machen! Diese menschenzentrierte Führung – unter Anwendung aller gängiger Führungsmethoden natürlich – steht für mich nach wie vor im Zentrum.

Was kannst Du heute besser als vor 20 Jahren?
Ich kann bestimmt besser mit dem Computer umgehen… - und besser kochen! Im Laufe einer langen Berufskarriere gewinnt man sicher zwei ganz wichtige Dinge dazu – Gelassenheit und Erfahrung. Man hat schon so viele verschiedene Situationen erlebt und erfolgreich «überstanden» – da gibt es nicht so vieles, das Dich aus der Ruhe bringt! Die Erfahrung macht Dich gleichzeitig schneller: du weisst und kennst vieles, du kannst ableiten, aber auch antizipieren, dich vor Überraschungen schützen. Und vor allem: Du kennst den Menschen. Keiner ist wie der andere, klar, aber dein Gespür und deine Intuition sind um Welten besser als zur Zeit als Jungspund!

Du hast mit 60 jetzt nochmals eine Kaderstelle auf C-Level übernommen. Haben 60-jährige Projektleiter oder Abteilungsleiter diese Möglichkeit auch oder gehören sie zum alten Eisen?
«Altes Eisen» ist – wenn es gepflegt und entwickelt wird – etwas unvergleichlich Wertvolles. Schau Dir nur mal den Eiffelturm oder die Golden Gate Bridge an – still going strong! Die demographische Entwicklung ist das Eine, die kennen wir, und nur schon darum wird die Generation 60+ wieder gesuchter. Viel wichtiger ist aber etwas anderes: ältere Mitarbeiter bringen Stabilität, eine hohe Motivation, Zuverlässigkeit und – sehr wichtig – ein hohes Qualitätsbewusstsein mit. Sind sie unproduktiver? Nein, fast im Gegenteil: sie arbeiten konzentrierter als die jungen Multi-Tasker, machen weniger Fehler, und sind – dank Erfahrung! – oft sogar schneller bei der Zielerreichung!

Schön und gut, aber was müssen sie konkret tun? Alle suchen doch nur junge Mitarbeiter!
Da ist natürlich etwas Wahres dran, das schleckt keine Geiss weg. Es ist wie im Marketing: Du hast ein starkes Produkt, aber nicht für jeden passt es. Also suchst Du dir den Markt, der dich und dein Produkt will und wertschätzt! Heisst konkret: die Marktbearbeitung wird anders. Du suchst nicht durch die alten Kanäle wie Inserate, sondern gehst mit der Zeit, lässt Deine Verbindungen spielen, nützt dein über Jahre aufgebautes Netzwerk. Und, ganz wichtig: du gehst dorthin, wo man Leute wie dich schätzt! Das sind in der Tendenz eher kleinere Unternehmen, mit direkterem Kontakt zur Belegschaft. Nicht zu vergessen: die Erarbeitung und geschickte Präsentation Deiner ganz spezifischen Kompetenzen, welche nur Berufsleute in deinem Alter haben können!

Früher sprach man von 60plus, heute sind wir schon bei 44plus. Sprechen wir schon bald von 30plus?
Das sind Schlagworte, welche süffig ein Thema erfassen, mehr nicht. Es geht um etwas ganz anderes: das lebenslange Lernen, die laufende Auseinandersetzung mit der eigenen Situation und den zukünftigen Möglichkeiten ist das Entscheidende. Wir bei der cmp arbeiten oft mit Menschen zusammen, die kaum 40 geworden sind, vielleicht gar noch in den Dreissigern stecken. Warum? Weil diese Menschen, oft schon bewährte Kaderleute, die Dinge nicht einfach geschehen lassen, sondern sich aktiv mit ihrer Zukunft beschäftigen. Was habe ich schon gemacht, was könnte ich noch tun, wo liegen meine Stärken und auch meine Wünsche, was kann mir das Leben – das Einzige, das ich habe! – noch anbieten? Dies zusammen mit einem erfahrenen Coach zu tun, ist eine äusserst wertvolle und bereichernde Erfahrung. Mein Fazit: es geht nicht um das Alter. Es geht um die Einstellung, um die aktive Bearbeitung meines eigenen Lebens, um das à-jour-bleiben und damit schlussendlich um mein Wohlbefinden. Ein kleiner, aber nicht unbedeutender Nebeneffekt ein solcher Denkweise: deine Lebenspartnerin oder dein Lebenspartner schätzen dich als aktiven Menschen umso mehr! Wer will schon einen einen «couch potato» neben sich?

Zum Schluss noch der Klassiker aus dem Bewerbungsinterview: Wo siehst du dich in 5 Jahren?
Na, der musste doch noch kommen! Ganz ehrlich? Ich weiss es nicht, niemand kann in die Zukunft schauen! Eines aber weiss ich mit Gewissheit, und das ist auch mein Rat an alle Altersgruppen, seien sie nun 44plus oder 60plus: mit einer aktiven, selbstbewussten Lebens- und Arbeitsweise, welche meine Stärken und meinen USP betonen, werden sich immer wieder Chancen ergeben. Mit all den Puzzleteilen, die ich mir während meiner beruflichen Laufbahn und in meinem Privatleben erarbeitet habe, kann ich jederzeit wieder ein neues, spannendes Puzzle zusammenbauen!

Herzlichen Dank für dieses Interview.

Charles Reber, CEO / Markt & Mandate, Inhaber bei cmp - Lic.iur. Universität St. Gallen, Swiss Banking School Diploma, 30 Jahre umfassende Erfahrung in der Finanz- und Industriewelt auf Stufe Konzernleitung von börsenkotierten, internationalen Unternehmen. Mitglied der GL eines grossen familiengeführten KMU sowie CEO einer Finanzdienstleistungs-Boutique. Führungs- und Fachverantwortung in den Bereichen Risk Management, Legal & Compliance, Kreditwesen und seit 2003 im Bereich Human Resources. Umfassende Kenntnisse in allen Themen einer modernen HR-Landschaft.

Interview geführt von Tom Mörker, Trainer Senior Consultat bei cmp


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